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Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

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MehrAlltagsmoppeds
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Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von MehrAlltagsmoppeds »

Nach einer Kaufberatungs- Anfrage starte ich hier mal einen Sammelthread über die Vor- und Nachteile einer Kawasaki ER5, Spitzname 'Erna':

Nachteile aus meiner Sicht:
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Ningel
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von Ningel »

Ich gehe natürlich davon aus, daß der potentielle Käufer sich für eine ER5 entscheidet. Aber dann kommt die nächste Sache, welche ER5 nehm ich?

Die ER ist von 1996 bis 2005 gebaut worden. Danach durften nur noch die Restbestände verkauft werden, ich glaube wegen dem ungeregelten Kat.

Daher werfe ich hier mal die Auflistung der Modelpflege in den Raum: http://www.kawa-er5.de/er5-div/seite3.htm
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MehrAlltagsmoppeds
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von MehrAlltagsmoppeds »

Grundsätzliche Nachteile aus meiner Sicht:

- Ältere Maschine. Bj ca. von 1996 bis 2005. Daher kein ABS, keine Traktionskontrolle, Vergasermotoren etc. Alle Gebrauchten haben +/- 20 Jahre auf dem Buckel. Wer also eine 'Neumaschine' sucht, muss zu HändlerInnen gehen.
- War ein 'Rotstift'- geprägtes Einsteigermodell, das in scharfer Konkurrenz z.B. zu der extrem billigen Suzuki GS500 stand. Ebenso zu der Honda CB500 und der Yamaha Xj600 Diversion.
- Es hat mehrere Veränderungen im Verlaufe der ca. 10jährigen Geschichte der Kawa ER5 gegeben. Daher ist das Baujahr immer wieder wesentlich, damit Ersatz- und Anbauteile passen. Das gilt aber auch für Autos und fast alle anderen Motorräder. @Ningel: Vielen Dank für den Link zu der sehr gut geschilderten Modellgeschichte der Erna.


Grundsätzliche Vorteile aus meiner Sicht:

- Ältere Maschine, 'Youngtimer'. Daher alles in jahrzehntelang erprobter mechanischer und elektrischer Technik ausgeführt. Keine Computerbausteine o.ä.
- Ja, 'Rotstift'- geprägt. Aber bei weitem nicht so billig wie die Suzuki GS500, sondern an die Qualität der Honda CB500 und der Yamaha Xj600 angelehnt.
--- Die Auspuffkrümmer sind genauso rostanfällig wie die der Honda. Erst im letzten Baujahr kam wohl ein Edelstahlauspuffkrümmer.
--- Der Rahmen ist deutlich besser lackiert als der der Suzuki.
--- Die einzelne Bremscheibe vorne gleicht ebenfalls der Honda. Die Yamaha hat erst im Laufe der Modellpflege eine 2.Bremsscheibe für vorne erhalten. Das hat geholfen.
!-> Der 2-Zylinder-Reihen-Motor wurde zigtausendfach(!) ebenso in der Kawasaki GPZ500 und der KLE500 verbaut. Er genießt einen erstklassigen Ruf in Bezug auf Haltbarkeit und Vertrauenswürdigkeit.
- Die Erna ist massenhaft verkauft worden, daher ein großer Gebrauchtmarkt für Ersatzteile.

Interessant immer auch die Frage nach der Kawasaki GPZ500 oder der KLE500?

So das erstmal aus meiner Sicht für den Anfang.

MfG und DLzG :D
MehrAlltagsmoppeds
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von MehrAlltagsmoppeds »

Worauf beim Gebrauchtkauf achten?

Im Wesentlichen das, worauf man/frau beim Gebrauchtkauf von Motorrädern grundsätzlich achten sollte (locker 1 Stunde Zeit einrechnen):

- Papiere und TÜV checken;
- Pflegezustand? Rost, Gammel, vermurkste Schrauben, Tank innen und außen rostfrei;
!-> Lebenswichtig! Alle Leuchten z.B. Rück- und Bremslicht, Zeichen für Rahmenschäden, Reifen, Bremsen, Fahrwerk (Radlager vorne und hinten, Lenkkopflager, Schwingenlager), Federung vorne und hinten, Kettenantrieb;
- Motorrad schieben nervt: Kühlflüssigkeit, Kaltstart mit Choke (Auspuffkrümmer kalt), beim Starten Licht von Lämpchen und Scheinwerfer eher stabil (Batterie);
- Probefahrt (10-20 Minuten und Stadtgeschwindigkeit reichen): bei ca. 30-50km/h kurz Leerlauf und Geradeausfahrt ohne den Lenker direkt mit den Händen zu halten, Bremsen, Kupplung und Gasannahme passt, alle 6 Gänge da, Rundlauf bei Standgas und warmem Motor, Warmstart ohne Choke;
- Sonstiges...


An der Kawasaki ER5 ist meines Wissens nur eins speziell:

Die Ernas neigen zum sogenannten 'Auspuffzwitschern'. Das gehört zu einer Erna zwar dazu, finden viele FahrerInnen aber 'uncool'. Ich übrigens auch. ;) Das Internet, incl. YouTube, ist seit Jahren voll von Beiträgen zu diesem Thema. Auch deshalb, weil es sich relativ einfach beheben lässt. Natürlich findet man/frau auch hier im Forum Beiträge dazu. Am einfachsten gebe man/frau ganz oben rechts im Suchfeld folgendes ein: *zwitschern* (vor und hinter dem Wort die Asterix- Sternchen ohne Leerzeichen nicht vergessen).

Ansonsten werden die Gasseilzüge oft als ein bißchen schwächlich angesehen. Einen Satz Gasseilzüge gibt es neu für knapp 35,-€. Meine Gasseilzüge waren nach etwas mehr als 50.000km rostig und wirklich fällig.


Soweit erstmal mein Senf dazu. Andere können gewiß noch mehr dazu schreiben.

MfG und DLzG ;)
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Ningel
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von Ningel »

Ich glaube das Auspuffzwitschern war ein Problem des alten Auspuffs. Bisher habe ich noch keine Beschwerde von jemand mit Edalstahlauspuff gehört.

Ich hab noch ein PLUS. Da keine stromziehende Elektronik verbaut ist, entlädt sich die Batterie über Winter nicht.
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MehrAlltagsmoppeds
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von MehrAlltagsmoppeds »

Ach, immer dieses leidige Thema. :18: Weltweit sind hunderte von Erna- MotorradfahrerInnen tausende von Kilometern mit 'zwitschernden' Auspüffen herumgefahren. Und? Sie sind problemlos die nächsten paar tausend Kilometer 'zwitschernd' weitergefahren. :lol:

MfG und DLzG :P
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von reini12 »

Nur mal zum Zwitschern, ich zwitscher auch durch die Gegend. Normal kein Problem, aber hört sich schon etwas blöd an. Der Typ von dem ich die gekauft habe meinte zu mir, Twister kommt von zwitschern. 😔
Gerold
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von Gerold »

Hallo,

ich grätsche hier jetzt einfach mal rein.
Mir wurde eine ER5 EZ 97 angeboten im ladenneuen Zustand mit 8000 Kilometern auf der Uhr.
Nur sporadisch gefahren worden und seit 2011 abgemeldet. Vermutlich noch die ersten Reifen.
Der Verkäufer (Sohn der verstorbenen Besitzerin; ohne Führerschein dafür) hat unlängst etwas frischen Sprit eingefüllt und dann das Fahrzeug spontan zum Laufen gebracht.

Gibts speziell bei dem Modell Sachen, auf die man beim Kauf besonders achten sollte? Irgendwelche Schwachstellen?
Wie leicht/schwer lassen sich die Vergaser abbauen? Die sollten auf jeden Fall ins Ultraschallbad.
Bei manchen Typen ist das auch bei guter Sichtbarkeit ein elendes Gefummel.

Ich möchte mir das Motorrad morgen anschauen und ggfs. sofort mitnehmen.


Gero
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Ningel
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von Ningel »

Also mit etwas technischem Geschick sollte das abbauen der Vergaser kein Problem sein.

Schauen ob der Tank innen rostig ist, sollte eigentlich immer voll sein, wenn man das Möpp länger stehen läßt, auf der anderen Seite konnten so auch keine Zylinder voll laufen.

Die ER hat einen automatischen Benzinhahn, der über Unterdruck geschaltet wird. Es könnte sein, daß da evtl die Gummis mit den Jahren porös geworden sind.

Früher war ja immer noch das Drosseln (34PS)/Entdrosseln (48 bzw. 49 PS) ein Ding. Beim Auseinanderbauen drauf achten, daß die richtigen Düsen verbaut sind und schauen wieviel PS die laut Papiere haben soll. Ggf. gleich entdrosseln.

Ansonsten fällt mir spontan nix ein.
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Gerold
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Re: Kaufberatung Kawasaki er5. Vor- und Nachteile?

Beitrag von Gerold »

Stimmt....der Benzinhahn.
Ich habe beim Durchforsten der Anzeigen mindestens drei Maschinen gesehen, bei denen was von "Benzin im Motor" oder "Motor komplett abgesoffen; kann nicht gestartet werden, Reparatur kostet ca. 350,- Euro" gelesen.
Ist wohl das damit gemeint?
Kann man das Möpp plug'n play auf einen mechanischen Benzinhahn umrüsten?
Ich hab kein Problem mit dessen Benutzung, wenn mir dadurch große Sauerei erspart bleibt.

Also sind so Sachen wie klappernde Kettenspanner im Motor, festgehende Bremsen oder ausgeschlagene Schwingenlager kein Thema?
Das wäre schon mal gut. Ich möchte eigentlich bei nur minimalem, aber regelmäßigem Aufwand einfach nur fahren. Sonst habe ich gleich wieder ein neues "Projekt" was mich wieder in der Werkstatt festhält, statt damit fahren zu können.
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